Berlin

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Nachricht von Micha

Meine Flucht am Checkpoint Charlie

Stiftung Berliner Mauer
Förderzeitraum 2021-2023

Digitales Storytelling via Messenger-Dienst: Über „Nachricht von Micha“ erhalten Teilnehmende via WhatsApp, Telegram oder iMessage Nachrichten des 13-jährigen Michaels Synowziks aus dem Jahr 1961. Tag für Tag schildert Micha seinen Alltag in Ost-Berlin, die Auswirkungen des Mauerbaus auf sein Leben und schließlich seine spektakuläre Flucht nach West-Berlin.

Im Oktober 1961 gingen die Nachrichten und Bilder von den US-amerikanischen und sowjetischen Panzern am Checkpoint Charlie um die Welt und machten den Ort weltberühmt. Zur selben Zeit wagten hier drei Menschen die Flucht durch die Kanalisation von Ost nach West. Von August bis Oktober 2023 läuft ein digitales Projekt, das diese Fluchtgeschichte am alliierten Kontrollpunkt Checkpoint Charlie in den Blick nimmt. Aus der Perspektive des damals 13-jährigen Michael werden die Auswirkungen des Mauerbaus auf das Leben eines Jugendlichen in Ost-Berlin per Messengerdienst vermittelt. Die Teilnehmenden erhalten von August bis Oktober 2023 Text- und Sprachnachrichten aus dem Jahr 1961 von ihm und begleiten ihn so in Echtzeit auf seiner Flucht. Sie bekommen sowohl Einblicke in die Ereignisse als auch in seine Gedanken- und Gefühlswelt. Zudem können sie mit ihm in Kontakt treten und mit eigenen Kommentaren reagieren. Für die historischen Hintergründe werden Nachrichten sowie Erklärfilme aus der Redaktion verschickt. Das Angebot richtet sich an junge Menschen von 14 bis 29 Jahren und Geschichtsinteressierte jeden Alters. Eine Webseite ergänzt das Angebot durch ein Glossar und weitere Hintergrundinformationen. Hier sind außerdem alle bisher versendeten Nachrichten nachhaltig archiviert und können so jederzeit – auch nach der Live-Phase – abgerufen werden. Mit einem Programmwochenende Ende Oktober – am Tag der Flucht vor 62 Jahren – wird das digitale Angebot in die analoge Welt geholt: Mit Führungen und einer Podiumsdiskussion mit dem Zeitzeugen Michael Synowzik wird seine Geschichte noch einmal vor Ort erzählt.

Wir wollen mit dem Projekt einen unkomplizierten und innovativen Zugang zu einem historischen Thema möglich machen, das gerade für viele junge Leute erstmal weit weg erscheint. […] Mit dem Projekt erproben wir eine neue Art, Geschichten von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen in der Vermittlungsarbeit einzusetzen. Ein Thema, mit dem wir uns mit Blick auf das Alter der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zunehmend auseinandersetzen müssen.

Dr. Susanne Muhle

Highlight des Projektes

Die kontinuierliche Interaktion mit den Nutzerinnen und Nutzern liefert fortlaufend kleine Highlights: Neben Userinnen und Usern, die gebannt auf die Nachrichten von Micha warten und selbst mit uns ihren Alltag teilen, meldeten sich auch alte Verwandte von Micha, die wir miteinander vernetzen konnten.

Das Projekt in Zahlen

2700

Teilnehmende, die das Projekt via Messenger-Dienst abonniert haben

12443

gesendete Nachrichten

1 / 3

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