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Methodenkompetenz

Apps und Digitales

Un-Verfälscht

Propaganda und Geschichtsrevisionismus auf der Spur

Stiftung Garnisonkirche Potsdam
Aktuelle Förderrunde

Das Projekt Un-Verfälscht sensibilisiert junge Menschen für die Mechanismen von Propaganda und Geschichtsverfälschung – damals und heute. Anhand von Beispielen aus der DDR und aktuellen Formen von Desinformation lernen sie, Manipulationen zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und ihnen selbstbewusst zu begegnen. In Workshops, Projekttagen und einem deutsch-polnischen Fachaustausch entstehen innovative Lernformate, die kritisches Geschichtsbewusstsein, Medienkompetenz und demokratisches Engagement stärken. Eine digitale Material- und Methodensammlung stellt die Ergebnisse bundesweit für Lehrende und Lernende bereit und trägt zu einer reflektierten, demokratischen Erinnerungskultur im vereinten Europa bei. Es richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren, insbesondere an Lehramtsstudierende, Lehramtsanwärter:innen und ihre Schüler:innen.

Projekt Social Media

Propaganda steht dabei als zentrales Thema im Fokus. Das Projekt zeigt, wie gezielte Beeinflussung von Informationen – in der DDR durch die SED-Führung, heute durch populistische oder extremistische Akteure in sozialen Medien - Wahrnehmungen und Überzeugungen steuert. Die Teilnehmenden lernen, solche Manipulationen zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und selbstbewusst darauf zu reagieren.

Zugleich untersucht das Projekt, wie Geschichte verfälscht oder politisch instrumentalisiert wird, etwa zur Legitimation der SED-Herrschaft vor 1990 oder wenn Narrative der DDR oder des Kalten Krieges in aktuellen Debatten umgedeutet werden. Durch den Vergleich historischer und gegenwärtiger Beispiele gewinnen die Teilnehmenden ein vertieftes Verständnis für die Bedeutung freier Meinungsbildung, glaubwürdiger Quellen und einer lebendigen Demokratie.

Un-Verfälscht verbindet historisch-politische Bildung mit digitaler Medienkompetenz. In Workshops entstehen praxisnahe Unterrichtsmaterialien; Projekttage führen Schüler:innen in die App-basierte Medienproduktion ein; ein deutsch-polnischer Fachaustausch erweitert die Perspektive auf europäische Erinnerungskulturen. Dabei werden historische Lernorte, Zeitzeug:innenberichte, Quellenarbeit, digitale Methoden, praxisnahe Lernformate und internationale Zusammenarbeit kombiniert. Alle Ergebnisse fließen in eine frei zugängliche Online-Material- und Methodensammlung ein, die Lehrende bundesweit bei der Förderung kritischen Geschichtsbewusstseins und demokratischer Handlungskompetenzen unterstützt.

Das Projekt wird in Kooperation mit Bildungs-, Kultur- und Aufarbeitungseinrichtungen umgesetzt, darunter das Landesinstitut Brandenburg für Schule und Lehrkräftebildung, die Universität Potsdam, das Potsdam Museum, das Filmmuseum Potsdam, der Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V. und die Universität Warschau. Gemeinsam fördern sie historisches Denken, Medienreflexion und demokratische Resilienz – für eine offene, wehrhafte Erinnerungskultur im vereinten Europa.

© Stiftung Garnisonkirche Potsdam
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Geschichte ist nie neutral. Sie wird erzählt, interpretiert und manchmal auch verzerrt. Mit Un-Verfälscht möchten wir junge Menschen neugierig machen auf die Frage, wie Propaganda und Geschichtsfälschung – in der DDR und heute – funktionieren und wie sie unsere Wahrnehmung prägen. Wenn sie lernen, historische Narrative kritisch zu hinterfragen, Mechanismen der Manipulation zu erkennen und Widerspruch zu wagen, dann ist viel gewonnen – für ein kritisches Geschichtsbewusstsein und eine lebendige Demokratie.

Stiftung Garnisonkirche Potsdam