Perspektiv.Wechsel
Migrantische Sichtweisen auf die Zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit
„Perspektiv.Wechsel“ macht bislang kaum erzählte Perspektiven ausländischer und migrantischer politischer Häftlinge in der DDR und insbesondere der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen sichtbar. Gemeinsam mit jungen Menschen - mit und ohne Migrationsgeschichte - will das Projekt herausfinden, wie Repressions- und Diskriminierungserfahrungen dieser Menschen aussahen und was sie heute bedeuten. In Workshops entwickeln Jugendliche eigene Fragestellungen, sichten historisches Material und führen Interviews mit Zeitzeug:innen. Entstehen sollen (multimediale) Lernmaterialien in verschiedenen Sprachen sowie eine von den Jugendlichen selbst entwickelte Abschluss-Ausstellung.
In den Bildungsangeboten werden diese Biografien und Hafterfahrungen bisher wenig betrachtet, ihre persönlichen Geschichten kaum erzählt und die Forschung dazu steht trotz einer breiten Quellengrundlage erst am Anfang.
Wir wollen dabei von den Jugendlichen wissen: Welche Aspekte interessieren sie besonders und welche Bezüge sehen sie zu ihrer Lebenswelt? Welche Parallelen sehen sie zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen? Und wie lässt sich Geschichte so vermitteln, dass sie junge, diverse Zielgruppen wirklich erreicht?
In Workshops entwickeln die Jugendlichen Fragestellungen und setzen eigene Impulse zur inhaltlichen Beschäftigung mit Häftlingsbiografien. Mit Projektmitarbeiter:innen und Expert:innen werden historischen Quellen und Materialien kritisch untersucht aber auch Zeitzeug:innen interviewt.
Entstehen sollen in Zusammenarbeit vielfältige, inklusive und multimediale Inhalte – z.B. in Form von Lernvideos in einfacher Sprache oder mehrsprachigen Zeitzeugeninterviews – die langfristig in der Bildungsarbeit genutzt werden können.
Den Abschluss bildet eine von den Jugendlichen selbst entwickelte Ausstellung, die ihre Perspektiven, Kreativität und Haltung zu dem Thema widerspiegelt. Unterstützt wird das Projekt von der Bildungsabteilung des Stasi-Unterlagen-Archivs im Bundesarchiv und dem Verein für aktive Vielfalt e.V.



