Überregional

Alltag und Jugend

Geschichte vor Ort

Freiheit auf den Rängen?!

Ost- und Westdeutsche Fußballfans und der gesellschaftliche Wandel

Lernort Stadion e.V.
Aktuelle Förderrunde

Das Projekt „Freiheit auf den Rängen?!“ vermittelt Jugendlichen einen historisch-politischen Zugang zu gesellschaftlichem Wandel anhand von Fußball-Fankulturen in Ost- und Westdeutschland. In Workshops, Zeitzeug*innen-Interviews und auf einer digitalen Lernplattform setzen sich junge Menschen mit Fanszenen der 1960er bis 1990er Jahre auseinander. Sie erforschen, wie Jugendkultur, Protest und Selbstbestimmung unter unterschiedlichen politischen Bedingungen gelebt wurden. Durch den Vergleich ost- und westdeutscher Perspektiven werden Fragen von Freiheit, Demokratie und Verantwortung greifbar. Jugendliche wirken aktiv an der Dokumentation und Aufbereitung der Inhalte mit und entwickeln so historische Urteilskraft, Medienkompetenz und demokratisches Bewusstsein.

Kern des Projekts sind dreitägige Workshopformate an mehreren Lernorten, in denen Jugendliche regionale Fan- und Jugendkulturen erforschen, historische Quellen auswerten und Bezüge zur Gegenwart herstellen. Ein besonderer Fokus liegt auf Zeitzeug*innen-Interviews: Die Teilnehmenden bereiten diese selbst vor, führen sie eigenständig durch und setzen sich reflektiert mit individuellen Erinnerungen auseinander. So entsteht ein emotionaler und authentischer Zugang zu Geschichte, der über reine Wissensvermittlung hinausgeht.

Die Ergebnisse aus Workshops und Interviews werden auf einer barrierearmen digitalen Lernplattform gebündelt. Dort stehen sie langfristig als interaktive Lernmodule, Videos und Materialien für weitere Bildungsangebote zur Verfügung. Durch die Zusammenarbeit von Lernzentren aus Ost- und Westdeutschland in festen Tandems entsteht eine gesamtdeutsche Perspektive, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten sichtbar macht und den Dialog über Erinnerungskultur fördert.

Das Projekt stärkt historisches Lernen, Medienkompetenz und demokratische Handlungskompetenz. Jugendliche werden nicht nur als Lernende, sondern als aktive Gestalter*innen eingebunden und erfahren Selbstwirksamkeit. Gleichzeitig entstehen nachhaltige Bildungsressourcen, die über die Projektlaufzeit hinaus genutzt werden können und einen Beitrag zur demokratischen Bildung junger Menschen leisten.