Baden-Württemberg

Methodenkompetenz

Material

Explain-Explore-Expand

Jugendliche und junge Erwachsene fit machen für einen reflektierten, kritische Orientierung ermöglichenden Umgang mit der SED-Diktatur

Universität Tübingen - Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung
Aktuelle Förderrunde

“Explore-Explain-Expand” ist ein innovatives Bildungskonzept für die von Guides begleiteten 90-Minuten Angebote an Orten historisch-politischer Bildung. Das Projekt zielt darauf ab, Jugendliche und junge Erwachsene zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur zu befähigen und dafür, dieses Wissen auf aktuelle gesellschaftspolitische Themen anzuwenden.

Das Konzept integriert mit Scaffolding und Universal Design for Learning Maßnahmen, deren Wirksamkeit für das Lernen in heterogenen Gruppen nachgewiesen ist. Um besser auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten reagieren zu können, wird ein KI-basierter digitaler Assistent entwickelt. Dieser unterstützt die Teilnehmenden dabei, die Ziele, die sich auf drei Phasen beziehen, auf dem ihnen angemessenen Wege zu erreichen.

1. Explore: Die Teilnehmenden setzen sich eigenständig mit selbst gewählten Häftlingsbiografien der DDR auseinander. Das Minimalziel ist ein intuitives Bewusstsein für systemisches Unrecht.
2. Explain: Dieses wird sachlich und analytisch eingeordnet in strukturelle, diktaturspezifische Zusammenhänge wie fehlende Gewaltenteilung, ideologische Kontrolle und Menschenrechtsverletzungen.
3. Expand: Diese Erkenntnisse werden genutzt, um sich reflektiert auch mit aktuell „heißen Themen" wie Überwachung, Meinungsfreiheit oder Migration/ Freizügigkeit auseinanderzusetzen.

Der digitale Assistent unterstützt sowohl vor Ort als auch ortsunabhängig eine intensive Auseinandersetzung und erweitert die Reichweite der Bildungsangebote. Das Konzept „Explore-Explain-Expand" und das für die methodische Umsetzung genierte Konzept aus personaler Begleitung durch Guides und individualisierter digitaler Unterstützung durch den digitalen Assistenten ist prototypisch gedacht, also als adaptierbar für alle Lern- und Gedenkorte, die 90-Minuten Formate anbieten. Um die Praxistauglichkeit des Ansatzes zu belegen, wird es für eine konkrete Gedenkstätte ausdifferenziert. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit den Stiftungen Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen und Berliner Mauer.

© Bundesstiftung Aufarbeitung, Günter Bersch, Bersch-038-A070-2017