News  06.05.2026

Projekt im Fokus: Zwischen Träumen und Wachen

Anfang April 2026 haben spannende erste Workshops mit einer Schülergruppe aus Jena in Weimar stattgefunden!

Dabei wurde schnell deutlich, mit wie viel Neugier, Offenheit und Engagement sich die Teilnehmenden dem Thema DDR-Geschichte nähern.

Das Projekt der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar verbindet historische Bildung mit künstlerischer Praxis, indem Jugendliche aktiv in die Entwicklung eines professionellen Theaterstücks eingebunden werden. Ausgangspunkt sind reale Biografien und historische Quellen, die von den Teilnehmenden analysiert und kreativ weiterentwickelt werden. Im Zentrum steht die Frage, wie ein übergeordnetes politisches System – dargestellt durch die Figur eines „Superbeamten“ – in individuelle Lebensrealitäten eingreift und wie sich diese Erfahrungen künstlerisch ausdrücken lassen.

Zu Beginn der Workshoparbeit setzten sich die Jugendlichen mit zentralen Themen wie staatlicher Kontrolle, Medien und willkürlichen Verhaftungen auseinander. Anhand historischer Materialien, die in alten Reisekoffern aufbereitet waren, sowie multimedialer Impulse entwickelten sie ein erstes Verständnis für die gesellschaftlichen Spannungen der späten DDR.

Im Mittelpunkt des dritten Tages stand die kreative Arbeit an Figuren und Szenen. Besonders die Figur des „Superbeamten“ regte die Fantasie der Jugendlichen an: Sie entwickelten eigene Vorstellungen zu seinem Auftreten und Verhalten und erprobten diese in improvisierten Szenen. Konfliktsituationen zwischen dem „Superbeamten“ und anderen Figuren wurden szenisch entwickelt. Dabei zeigte sich, wie differenziert die Teilnehmenden Spannungsverhältnisse zwischen Individuum und Staat erfassen und in Dialoge übersetzen konnten.

Ein Highlight des vierten Tages war ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Holm Kirsten, das zusätzliche persönliche Perspektiven eröffnete. Die Leitfragen hierzu wurden von einer Gruppe Schülerinnen vorbereitet. In der anschließenden Reflexion wurde deutlich, welche Aspekte die Jugendlichen besonders überrascht oder zum Nachdenken angeregt haben.

Die Workshopwoche hat eindrucksvoll gezeigt, wie wirkungsvoll die Verbindung von historischer Recherche, künstlerischer Praxis und partizipativer Arbeit sein kann. Das Projektbüro hat die Workshops begleitet und sich sehr über die engagierte Umsetzung durch die Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar sowie die aktive Beteiligung der Jugendlichen gefreut – eine starke Grundlage für die weitere Entwicklung des Theaterstücks.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.