Die Veranstaltung brachte die Projektträger erstmals in dieser Förderperiode zusammen und bot Gelegenheit für Austausch, Vernetzung und inhaltliche Orientierung. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen standen fachliche Impulse und Gespräche über Barrierefreiheit und Inklusion im Mittelpunkt. Begleitet wurde das gesamte Event zudem von einem Graphic Recording, das der Künstler Thomas Henseler live erstellt hat.
Eröffnet wurde das Kickoff durch das Projektbüro „Jugend erinnert“ sowie Dr. Robin Mishra, Abteilungsleiter K 4 beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und Dr. Robert Grünbaum, stellvertretender Direktor der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Im Anschluss fand eine Performance der Künstler*in Stefanie-Lahya Aukongo statt, in der sie spannende und emotionale Einblicke in die eigenes verfassten Texte und Gedichte gab. Thematisch setzte sich Lahya mit ihrer Ankunft in der DDR auseinander, die durch die Flucht ihrer Mutter bedingt war, sowie mit ihren Erfahrungen des Lebens in der DDR und der anschließenden Transformationszeit. Die Performance eröffnete den Tag mit einem eindrücklichen Perspektivwechsel und verlieh dem Auftakt eine besondere emotionale Tiefe.
Danach stellten mehrere Projektträger ihre Vorhaben im Rahmen von Interviews vor. Die Gespräche machten die thematische wie methodische Vielfalt innerhalb des Programms sichtbar. Von Computerspielen für blinde und sehbehinderte Menschen bis hin zu TikTok-Kanälen und Medienprojekten von queeren Jugendlichen, werden sehr verschiedene Lebenserfahrungen im Rahmen von „Jugend erinnert“ geziegt. Zugleich boten die Interviews Anknüpfungspunkte für den fachlichen Austausch zwischen den Projekten.
Die Mittagspause wurde von den Projektträgern intensiv genutzt, um neue Kontakte zu knüpfen. Dieser informelle Austausch – zusammen mit einem Kennenlernspiel zu Beginn des Tages – unterstrich den Netzwerkcharakter des Kickoffs.
Am Nachmittag rückte ein Podiumsgespräch zum Thema „Barrierefreiheit und Inklusion in der historischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen zum SED-Unrecht“ in den Mittelpunkt. Moderiert von Miriam Menzel (Die Gesellschaft für eine gute Zukunft) diskutierten Experten, Zeitzeugen sowie Mitarbeiter der historisch politischen Bildungsarbeit gemeinsam über bestehende Barrieren und mögliche Wege zu inklusiveren Bildungsangeboten. Neben physischen Zugangsfragen in Hinsicht auf Ausstellungen vor Ort wurden auch strukturelle und kommunikative Hürden thematisiert. Darüber hinaus wurde erörtert, wie digitale Medien, Videospiele und soziale Netzwerke nicht nur Herausforderungen darstellen, sondern gezielt als Zugänge genutzt werden können, um junge Menschen für historische Themen zu erreichen, die oft von herkömmlichen Bildungsangeboten ausgeschlossen werden.
Das Kickoff-Event machte deutlich, welches inhaltliche und fachliche Potenzial in der zweiten Förderrunde von „Jugend erinnert“ liegt. Das Projektbüro bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden und Gästen für ihre engagierte Teilnahme.
Für alle Interessierten ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung hier auf dem YouTube-Kanal der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur verfügbar.